Faules Gärtnern

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Vielleicht macht der Begriff „Faules Gärtnern“ Sie ja eher stutzig: „faul“ ist immerhin doch ein eher negativ besetztes Wort. Aber sehen Sie diese „Faulheit“ doch so: statt unnötig viel Zeit mit der Pflege ihres Gartens zu verbringen, würden Sie doch sicher auch in dieser Zeit lieber im Garten faulenzen?

Ribselfuhre und Frieda

Beim „Faulen Gärtnern“ geht es eigentlich darum, die Natur ihre Arbeit machen zu lassen, d.h. der Natur ihren Raum zu lassen. Als Menschen sollen wir nur regulierend einzugreifen. Ein Garten ist schließlich auch nichts anderes als ein natürliches System, und unsere Aufgabe besteht in diesem Fall darin, das System so zu lenken, dass es viel der von uns gewünschten Erträge bringt. Würden Sie die Natur einfach walten lassen, hätten Sie in ein paar wenigen Jahrzehnten anstelle Ihres Gartens einen Wald stehen.

Scheibtruhe voller Paradeiser

Was also ist zu tun, um einerseits der Natur so viel Arbeit wie möglich zu lassen und andererseits das gewünschte Ziel zu erreichen?

Entdecken sie mit einer Führung die Steinschaler Naturgärten

Am besten ist natürlich immer, die zugrunde liegenden Prozesse zu verstehen, die Ihnen Arbeit erleichtern oder erschweren. Dazu zählt zum Beispiel der Nährstoffkreislauf – stark vereinfacht: Pflanzen nehmen Nährstoffe aus dem Boden und bauen sie ein, wenn sie absterben und verrotten werden diese Nährstoffe wieder zurück an den Boden gegeben.

Wenn wir die Pflanzen jetzt aber nicht verrotten lassen, sondern wegnehmen – zum Beispiel, um sie zu essen, oder wegzuwerfen – entfernen wir Nährstoffe aus dem System, und dann müssen wir düngen. Wenn wir die Pflanzen mulchen, bleiben die Nährstoffe vor Ort, und bei einer Kompostierung werden sie rückgeführt. So bleibt der Kreislauf intakt und Sie müssen weder Dünger kaufen noch Grünschnitt entsorgen.

Nützlinge

Regenwürmer im Küchenkopost

Ein weiteres Beispiel ist die Schädlingsbekämpfung. Warum müssen Sie in Ihrem Gemüsegarten gegen Läuse und anderes Ungetier vorgehen, wenn das in der Natur ja auch niemand macht? Stimmt nicht ganz. In der freien Natur, die "im Lot" ist, gibt es jede Menge Nützlinge, die gegen die Schädlinge vorgehen, aber ohne dass Menschen sich darum kümmern müssen.

Diese Nützlinge vertreiben die Menschen in ihren Gärten aber oft mit dem gleichen Spritzmittel, mit dem sie gegen Schädlinge vorgehen, und bieten Ihnen außerdem zu wenig Vielfalt an Pflanzen, auf denen sie leben können. Es ist daher für Sie nicht nur hübsch, wenn Sie in Ihrem Garten viele verschiedene Pflanzen zulassen, vor allem auch wilde Blumen und Kräuter, sondern erleichtert oder erspart Ihnen auch den lästigen Kampf gegen die Schädlinge und das Spritzen mit Chemikalien.

Wir haben über die Jahre viele Methoden übernommen und entwickelt, um uns massiv Arbeit im Garten zu ersparen. Bei einer so großen Fläche, wie wir sie bewirtschaften, ist das auch ein Muss – es hat also eigentlich gar nichts mit Faulheit zu tun, sondern ist schlicht vernünftig.
Beim „Faulen Gärtnern“ bleibt immer noch genug zu tun.

Mulchen mit Rhabarberblättern - Unkraut bremsen

Was uns besonders wichtig ist, und was für jeden Garten von großem Vorteil ist, ist das Mulchen. Wir meinen damit allerdings nicht den Rindenmulch, sondern nicht verrottete Teile von Pflanzen. Wenn Sie zum Beispiel einen Salatkopf ernten, können Sie die äußeren Hüllblätter, die Sie im Salat nicht verwenden, gleich im Beet liegen lassen. Dort schützen sie dann den Boden vor Austrocknung, Verschlemmung und Nährstoffverlust. Außerdem verrotten sie langsam, sodass sie gesunden Humus bilden, und decken zusätzlich den Boden ab, sodass sich dort kein „Unkraut“ ansiedelt. So erspart man sich Düngung, mechanische Unkrautentfernung und Gießen mit einem Handgriff.

Ähnliche Vorteile wie das Mulchen bringt das Kompostieren, und hierher kommen auch Teile, die fürs Mulchen nicht geeignet sind – samentragende Pflanzen, von denen man nicht möchte, dass sie sich vermehren, Küchenabfälle et cetera. Wichtig ist bei beiden Methoden der Remineralisierung der Luftzutritt!

Mulchen und Kompostausbringung sorgt auch für eine lockere, feuchte Erde – etwas, das viele durch Umgraben oder andere Bearbeitung zu erreichen suchen, und oft enttäuscht werden. Wir sparen uns diesen arbeitsaufwändigen Schritt, und wie Sie sehen, kommt unser Garten gut damit aus.

Ausdauernde Pflanzen sind das Ziel

Biene landet auf Asternblüte

Vielleicht bemerken Sie in unserem Garten auch viele Stauden – und wenn Sie im Spätherbst da sind, dass diese noch immer stehen. Das liegt daran, dass wir mehrjährige Pflanzen bevorzugen, ganz einfach deswegen, weil wir die nicht jedes Jahr wieder neu ansetzen müssen und weil wir sie auch im Herbst nicht abräumen müssen. Pflanzen, die einjährig sind, lassen wir bis zur Samenreife stehen, damit sie sich wieder selbst aussäen können – ganz wie in der Natur, wo auch niemand jedes Jahr geht und neue Pflänzchen aussetzt. Bei den mehrjährigen Pflanzen erspart man sich auch viel Arbeit, wenn man darauf achtet, winterfeste Pflanzen auszuwählen, sonst kann der nächste Frühling zu herben Enttäuschungen führen.

Wenn Sie jetzt verwundert sind wegen dieser Aufzählung an Arbeitsschritten, wo es doch eigentlich um eine Arbeitsreduktion gehen sollte, ist das verständlich.

Aber wie gesagt:
weniger Arbeit ist immer noch Arbeit. Aber Sie können uns glauben – wir haben schon viele Jahre lang Erfahrungen gesammelt - es ist weniger und vor allem auch vernünftigere Arbeit, nach natürlichen Prinzipien „fauler“ zu gärtnern, und ihr wunderschöner Naturgarten wird Ihnen die verbleibende Arbeit wert sein.


Die Gartenarbeit ist eine schöne, kreative, interessante, aber auch anstrengende Arbeit.
Bei näherer Betrachtung zeigen sich einige der unnützen Arbeiten auch sehr negativ für den Bodenaufbau und die Bodenlebewesen, somit für die Fruchtbarkeit und "Naturnähe" des Gartens.

Entdecken Sie die Möglichkeiten für sinnvolle Arbeitsersparnis bei einer Themen-Führung in den Steinschaler Gärten.


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Faules Gärtnern ist mit der Natur und nicht gegen die Natur gärtnern.