Kardinal König Dirndl: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Kardinal König|Kardinal Franz König]], der am 3. August 1905 in [[Warth]] geborene, in Rabenstein getaufte und in Kirchberg zur Schule gegangenen und am 13. März 2004 im Alter von 99 Jahren verstorbene „große Sohn“ des Pielachtales wurde sozusagen „posthum“ am 17. Mai 2016 zum ersten „Dirndlpaten“ ernannt. Seitdem tragen bereits viele Patinnen und Paten die Kunde von der wunder- und heilsamen Dirndlfrucht hinaus in alle Welt.
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So können wir hier mit ruhigen Gewissen den Bogen vom Kardinal zur [[Dirndl]]}frucht spannen. Wir waren damals, am Beginn des vorigen Jahrhunderts, im Jahr 1905, alle noch nicht dabei, aber wir können es uns vorstellen: die Dirndl hat sicher auch den Lebensweg des kleinen Franz begleitet. Sicher hat er als Bub, wenn er zu Hause war, manchmal auch die kleinen Früchte klauben müssen, was damals ja noch mühselig war. Sicher hat sein Großvater, der ja ein bekannter Naturheiler war, die Dirndlfrucht gekannt und geschätzt.
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Das Pielachtal, besonders die beiden Orte Rabenstein und Kirchberg, denen er durch Taufeintragung und Schulbesuch besonders verbunden war, und mittendrin, in Warth, der [[Steinschalerhof]] mit seiner Vorbildfunktion, sie alle gehen in seinen Fußspuren. Und die sind groß, aber nicht zu groß. Sie haben ihre menschliche Dimension nicht verloren. Darum verstehen wir auch ihre Botschaft. Sie lautet: Augenmaß, Bescheidenheit, Zielstrebigkeit, Klugheit, Erfahrung, Geduld und Gottvertrauen – das sind die Bausteine eines guten Lebens.
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Das lehrt uns auch die [[Dirndl]]: die Frucht ist klein, sie verlangt Mühe, aber sie ist besonders. Sie steht nicht in Prachtgärten zur Dekoration herum, ihr Platz ist der Wegrand, aber ihre Früchte sind gesegnet. Wenn nur die Hälfte vom alldem stimmt, was man ihr an guten Wirkungen zuschreibt, dann ist es schon mehr als genug! Darum ist es auch richtig, dass mit der Dirndlfrucht als Symbol der Region nicht etwas künstlich Aufgesetztes gewählt wurde, sondern ganz einfach eine Ressource, die als Geschenk der Natur –oder Gottes, wenn man so will, hier vor Ort reichlich vorhanden ist.
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Kardinal Franz König war ein Prophet. Er hat bescheiden und fromm, gütig und humorvoll unter uns gelebt. Seine Heimat hat ihm Zeit seines Lebens viel bedeutet hat. Franz König, der große Sohn des [[Pielachtal]]es, den sein Lebensweg aus der Enge seiner Heimat hier, über Melk nach Rom geführt hat, dessen Heimat dann im Verlauf seines langen Lebens im wahrsten Sinn des Wortes die ganze Welt geworden ist, hat seine wirkliche Heimat nie vergessen.
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Mit ihm ist, wie man nach seinem Tod des Öfteren hören konnte: „eine Ära“ zu Ende gegangen, die „Ära König“. Mit Papst Franziskus, der genau an seinem 9. Todestag, am 13. März 2003, ganz unerwartet, vom anderen Ende der Welt kommend, gewählt wurde, haben sich viele seiner Prophezeiungen zu erfüllen begonnen und tun es noch immer und seine Zeit, die Zeit Franz Königs beginnt gerade.
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Kraft und Beständigkeit, Liebe zur Heimat, Treue und Verlässlichkeit, Weisheit und Güte, Gelassenheit, Einfachheit und seelische Gesundheit – alles das kommt einem in den Sinn, wenn man seinen Namen ausspricht. (In der Kirche denkt man an Kollegialität, Dialog der Weltreligionen, Gerechtigkeit und Toleranz gegenüber allen Menschen…)
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Und in Zukunft wird man auch bei den [[Dirndl]]n, bei der Dirndlfrucht, in welcher Form auch immer, an ihn denken!
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Kardinal König war einfach und bodenständig, natur- und heimatverbunden, dabei aber auch weitblickend, global denkend und Gottverbunden. Das ergab eine gute Mischung. <br>
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Seine Lebensrituale, für Körper, Seele und Geist, die aus der Tiefe seines Herzens kamen, haben ihm bis ins hohe Alter ein körperliches und seelisches Gleichgewicht erhalten. <br>
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Berufsbedingt war er oft in Kirchen landauf und landab unterwegs. Aber gefunden hat er Gott überall im Leben, vor allem auch in der Natur, in der er in jeder freien Stunde gerne wanderte. Er war an allem interessiert, was in irgendeiner Weise mit der Land- und Forstwirtschaft zusammenhing. Mit vorrückendem Alter griff er zunehmend auf seine bäuerlichen Wurzeln zurück. Bei Spaziergängen im Wald konnte er oft minutenlang den schlanken Stamm einer hohen Fichte bewundern. Und immer pflegte er zu sagen: „Wie lange dieser Baum braucht, bis er diese majestätische Größe erreicht hat und wie schlank und gerade er steht, das ist etwas ganz Kostbares…“
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In Predigten, etwa zum Erntedank, hat er immer gerne auf die Verbindung von Natur und Religion hingewiesen und an die zumeist aus dem bäuerlichen Leben geholten Themen der biblischen Geschichten und Gleichnisse erinnert – an den Weingarten, den Acker, vor allem an das Weizenkorn, das in die Erde fällt und scheinbar stirbt und gerade dann erst reiche Frucht bringen kann. Und auch alles menschliche Tun endet in der Zeit der Ernte, wie es in der Apokalypse (14,14-16) heißt: „die Ernte der Erde ist überreif geworden…“
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In seinen letzten Lebensjahren hat er besonders den heute zunehmend notwendigen Gedanken der Nachhaltigkeit aufgegriffen. Er sah es als seine persönliche Verantwortung, diesen Begriff und seinen Inhalt an die kommenden Generationen weiterzugeben.
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So sagte er bei einem Symposium im Jahr 2003, ein Jahr vor seinem Tod, zum Thema „Nachhaltigkeit und Religion“: „Ein neues Wort hat in letzter Zeit in unseren Sprachschatz Eingang gefunden: Nachhaltigkeit. Im Grunde bedeutet es nichts Anderes als Verantwortung für die Schöpfung. Wenn wir die Texte der Bibel aufmerksam lesen, können wir entdecken, dass der Mensch nicht tyrannischer Herrscher über die Natur sein soll. Er ist vielmehr von Gott gleichsam zum Gärtner der Schöpfung bestellt; er soll hegen und pflegen, nicht missbrauchen und zerstören.“
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Neben vielem anderen, das er uns hinterlassen hat, ist dieser Gedanke, in Verbindung mit seiner Heimat, vielleicht der Wichtigste!
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Annemarie Fenzl / 7.Juli 2020
  
Hier kommt der Text von Fr. Anneamrie Fenzl
 
und die Tafel
 
  
 
Siehe auch:
 
Siehe auch:

Version vom 7. Juli 2020, 12:14 Uhr

Kardinal König

Kardinal Franz König, der am 3. August 1905 in Warth geborene, in Rabenstein getaufte und in Kirchberg zur Schule gegangenen und am 13. März 2004 im Alter von 99 Jahren verstorbene „große Sohn“ des Pielachtales wurde sozusagen „posthum“ am 17. Mai 2016 zum ersten „Dirndlpaten“ ernannt. Seitdem tragen bereits viele Patinnen und Paten die Kunde von der wunder- und heilsamen Dirndlfrucht hinaus in alle Welt.

So können wir hier mit ruhigen Gewissen den Bogen vom Kardinal zur Dirndl}frucht spannen. Wir waren damals, am Beginn des vorigen Jahrhunderts, im Jahr 1905, alle noch nicht dabei, aber wir können es uns vorstellen: die Dirndl hat sicher auch den Lebensweg des kleinen Franz begleitet. Sicher hat er als Bub, wenn er zu Hause war, manchmal auch die kleinen Früchte klauben müssen, was damals ja noch mühselig war. Sicher hat sein Großvater, der ja ein bekannter Naturheiler war, die Dirndlfrucht gekannt und geschätzt.

Das Pielachtal, besonders die beiden Orte Rabenstein und Kirchberg, denen er durch Taufeintragung und Schulbesuch besonders verbunden war, und mittendrin, in Warth, der Steinschalerhof mit seiner Vorbildfunktion, sie alle gehen in seinen Fußspuren. Und die sind groß, aber nicht zu groß. Sie haben ihre menschliche Dimension nicht verloren. Darum verstehen wir auch ihre Botschaft. Sie lautet: Augenmaß, Bescheidenheit, Zielstrebigkeit, Klugheit, Erfahrung, Geduld und Gottvertrauen – das sind die Bausteine eines guten Lebens.

Das lehrt uns auch die Dirndl: die Frucht ist klein, sie verlangt Mühe, aber sie ist besonders. Sie steht nicht in Prachtgärten zur Dekoration herum, ihr Platz ist der Wegrand, aber ihre Früchte sind gesegnet. Wenn nur die Hälfte vom alldem stimmt, was man ihr an guten Wirkungen zuschreibt, dann ist es schon mehr als genug! Darum ist es auch richtig, dass mit der Dirndlfrucht als Symbol der Region nicht etwas künstlich Aufgesetztes gewählt wurde, sondern ganz einfach eine Ressource, die als Geschenk der Natur –oder Gottes, wenn man so will, hier vor Ort reichlich vorhanden ist.

Kardinal Franz König war ein Prophet. Er hat bescheiden und fromm, gütig und humorvoll unter uns gelebt. Seine Heimat hat ihm Zeit seines Lebens viel bedeutet hat. Franz König, der große Sohn des Pielachtales, den sein Lebensweg aus der Enge seiner Heimat hier, über Melk nach Rom geführt hat, dessen Heimat dann im Verlauf seines langen Lebens im wahrsten Sinn des Wortes die ganze Welt geworden ist, hat seine wirkliche Heimat nie vergessen.

Mit ihm ist, wie man nach seinem Tod des Öfteren hören konnte: „eine Ära“ zu Ende gegangen, die „Ära König“. Mit Papst Franziskus, der genau an seinem 9. Todestag, am 13. März 2003, ganz unerwartet, vom anderen Ende der Welt kommend, gewählt wurde, haben sich viele seiner Prophezeiungen zu erfüllen begonnen und tun es noch immer und seine Zeit, die Zeit Franz Königs beginnt gerade. Kraft und Beständigkeit, Liebe zur Heimat, Treue und Verlässlichkeit, Weisheit und Güte, Gelassenheit, Einfachheit und seelische Gesundheit – alles das kommt einem in den Sinn, wenn man seinen Namen ausspricht. (In der Kirche denkt man an Kollegialität, Dialog der Weltreligionen, Gerechtigkeit und Toleranz gegenüber allen Menschen…)

Und in Zukunft wird man auch bei den Dirndln, bei der Dirndlfrucht, in welcher Form auch immer, an ihn denken! Kardinal König war einfach und bodenständig, natur- und heimatverbunden, dabei aber auch weitblickend, global denkend und Gottverbunden. Das ergab eine gute Mischung.

Seine Lebensrituale, für Körper, Seele und Geist, die aus der Tiefe seines Herzens kamen, haben ihm bis ins hohe Alter ein körperliches und seelisches Gleichgewicht erhalten.

Berufsbedingt war er oft in Kirchen landauf und landab unterwegs. Aber gefunden hat er Gott überall im Leben, vor allem auch in der Natur, in der er in jeder freien Stunde gerne wanderte. Er war an allem interessiert, was in irgendeiner Weise mit der Land- und Forstwirtschaft zusammenhing. Mit vorrückendem Alter griff er zunehmend auf seine bäuerlichen Wurzeln zurück. Bei Spaziergängen im Wald konnte er oft minutenlang den schlanken Stamm einer hohen Fichte bewundern. Und immer pflegte er zu sagen: „Wie lange dieser Baum braucht, bis er diese majestätische Größe erreicht hat und wie schlank und gerade er steht, das ist etwas ganz Kostbares…“ In Predigten, etwa zum Erntedank, hat er immer gerne auf die Verbindung von Natur und Religion hingewiesen und an die zumeist aus dem bäuerlichen Leben geholten Themen der biblischen Geschichten und Gleichnisse erinnert – an den Weingarten, den Acker, vor allem an das Weizenkorn, das in die Erde fällt und scheinbar stirbt und gerade dann erst reiche Frucht bringen kann. Und auch alles menschliche Tun endet in der Zeit der Ernte, wie es in der Apokalypse (14,14-16) heißt: „die Ernte der Erde ist überreif geworden…“

In seinen letzten Lebensjahren hat er besonders den heute zunehmend notwendigen Gedanken der Nachhaltigkeit aufgegriffen. Er sah es als seine persönliche Verantwortung, diesen Begriff und seinen Inhalt an die kommenden Generationen weiterzugeben. So sagte er bei einem Symposium im Jahr 2003, ein Jahr vor seinem Tod, zum Thema „Nachhaltigkeit und Religion“: „Ein neues Wort hat in letzter Zeit in unseren Sprachschatz Eingang gefunden: Nachhaltigkeit. Im Grunde bedeutet es nichts Anderes als Verantwortung für die Schöpfung. Wenn wir die Texte der Bibel aufmerksam lesen, können wir entdecken, dass der Mensch nicht tyrannischer Herrscher über die Natur sein soll. Er ist vielmehr von Gott gleichsam zum Gärtner der Schöpfung bestellt; er soll hegen und pflegen, nicht missbrauchen und zerstören.“

Neben vielem anderen, das er uns hinterlassen hat, ist dieser Gedanke, in Verbindung mit seiner Heimat, vielleicht der Wichtigste!


Annemarie Fenzl / 7.Juli 2020


Siehe auch:

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