Mulchen

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Mulch -
die Basis unseres guten Gartenhumus

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Mulchen mit überreifen Schnittlauch
mulchen mit Küchenmulch - Winter auf Winterbeet

Die Bio-zertifizierten Steinschaler Gärten werden ausschliesslich mittels Mulch gedüngt.
Fallweise gibt es eine Ergänzung durch Kompost.


Was ist "Mulchen"

Steinschaler Gärten Logo

Als Mulchen wird im ökologisch ausgerichteten Gartenbau das Bedecken des Bodens mit unverrotteten organischen Materialien (= Mulch) bezeichnet.
Mulchen ist sehr wichtig. Diese Form der Bodenbedeckung dient zur Förderung der Bodengare, Verhinderung der Austrocknung und Verschlämmung. Ganz besonders wichtig ist Mulch für die Bodenlebewesen, allen voran die Regenwürmer.

Mulcherfolg: Regenwürmer

Mulchen bedingt, konsequent gedacht, die pfluglsoe Gartenbearbeitung.

Im Bild sehen Sie durchgetriebenen, abgeschnittenen Schnittlauch an Ort und Stelle gemulcht.

Was kann ich zum Mulchen verwenden?
Jegliche biogene Materialien, die nicht belastet sind.

In einen biologischen Naturgarten gibt es keine Gefahr einen mit Chemie oder Schwermetallen belasteten Mulch zu haben.
Vorsicht ist jedoch geboten, wenn Sie Material von auswärts annehemen.
Uns wurde mehrfach der Rasenschnit vom Fußballplatz angeboten. Dieser wird jedoch oft gedüngt und gespritzt und ist daher kein brauchbarer Mulch für einen Biogarten.

Vorbild Natur

Mulchen mit Rhabarberblättern -auch eine Unkkrautbremse

Vorbild für das Mulchen ist die nicht bewirtschaftete Natur, wie beispielsweise der naturnahe Wald. Abgefallene Blätter und Nadeln, Totholzstämme, Dürräste und Pflanzenstängel sind das Mulchmaterial und werden durch Organismen an Ort und Stelle abgebaut und "remineralisiert".

Im "zerlegten Zustand", sprich nach der "Remineralisierung" wird der "Abfall(!)" wieder sinnvoll in den Nährstoffkreislauf des Pflanzenbestandes eingeschleust.

Niemand stösst sich daran, daß im Wald Laub, Äste, etc. liegt. Sehr wohl wird dies von sehr vielen Personen dies im Garten bemängelt.
Sehen Sie Mulch als die wichtigste Basis eines Naturgartens und Sie werden den Anblick nach einiger Zeit nicht nur verstehen sondern sogar sehr schätzen wenn nich! sogar lieben!

Beispiele für Mulchen im Naturgarten

eine Freude: viele Regenwürmer

Beim Schnitt von Schnittlauch wird der nicht verwendbare Pflanzenanteil gleich bei der Ernte an Ort und Stelle gemulcht, also direkt auf das Beet gelegt.

Bei der Ernte von Rhabarber-Stängel werden die großen Blätter zur effizienten Bodenabdeckung verwendet.

Bei der Salaternte werden die Häupel gleich im Garten geputzt und die Deckblätter als Mulch auf dem Beet belassen.

Mulchmaterialien

Mulch von unten

Grundsätzlich können alle biogenen Abfälle als Mulchmaterialien verwendet werden. Der Träger des Alternativen Nobelpreises, Bill Mollison, hat sogar den leicht polemischen Satz geprägt "mulch your cat".

Ideale Mulchmaterialien haben allerdings eine nicht so einseitige Stoffzusammensetzung aus Eiweiß-Bestandteilen. Aber auch hoher Anteil an Kohlenwasserstoffen (Holz, Zellulose) sind nicht optimal, da sie sich nur sehr langsam abbauen lassen und den Boden tendenziell versauern.

Gute Mulchmaterialien sind Stroh, Grasschnitt, Erntereste, Laub, Küchenabfälle (aus der Gemüseküche) und Gartenhäcksel (falls sie sich den sehr hohen und teilweisen unnützen Aufwand des Häckselns wirklich antun wollen).

Effekte des Mulchens

Mulchbeispiel Blätter
Mulch als Schnecken-"Futter"

Mulchen hat gegenüber der traditionellen Offenboden-Bewirtschaftung sehr viele Vorteile.

  • es wird die Oberflächentemperatur der obersten Bodenschicht gesenkt
  • die Verdunstung wesentlich herabgesetzt und der
  • Aufwuchs unerwünschter Begleitpflanzen unterdrückt.

Durch den langsamen Stoffabbau (Verrottung) werden dem Boden beständig Nährstoffe zugeführt und für Kleinlebewesen ein günstiges Milieu geschaffen.

Bei Starkregen wird der Boden weniger verschlämmt und bei trockenem, windigem Klima können die Feinerdeanteile nicht so leicht ausgeblasen werden.

Wenn Sie Beikräuter entfernen müssen, dann geht dies bei gut gemulchten Flächen leicher.
Die Gründe dafür sind:

  • Durch die sehr hohe Aktivität der Bodenlebewesen ist der Boden weicher
  • in bzw. unter der Mulchschicht sind viele Nährstoffe und hohe Feuchtigkeit damit wurzelen die Pflanzen seichter
  • Der Boden ist feuchter als ohne Mulch

Mulchen fördert den Humusaufbau

Mulchen und kompostieren erhöhen den Humusanteil im Boden. Damit und durch die pfluglose Bewirtschaftung wird der Erosion vorgebeugt.

Wird dem Ackerboden kontinuierlich Humus entzogenm, so versteppt dieser nach und nach. Wind verträgt dann Feinteile und der Boden kann kaum mehr Wasser speichern. Der folgende Schritt ist dann die Bildung einer Wüste, bzw. eines Wüsten ähnlichen Bodens.

Der Ablauf ist:
Acker -> Steppe - > Wüste
Hier wird oft gedacht, bei uns regnet es viel oder zumindest genügend. Das kann daher nicht passieren. Leider ist dem nicht so.

Ein Beispiel für falsche Bewirtschaft und damit Wüstenbildung ist das regenreiche Island. Die größten Wüsten Europas liegen mittlerweile auf Island!

Was wird nicht zum Mulchen verwendet

leere Bohnenschalen als Mulch

Obwohl der Begriff Mulch eine mittelniederdeutsche Wortwurzel hat, die sich von mul -zerfallender Erde- ableitet, wird der Begriff inzwischen auch auf nicht biogene Materialien angewendet. Die Mulchfolien des Gartenfachhandels sind aus der Erdölindustrie stammende Kunststoffe, die in der Mulch-Ideologie der Steinschaler Gärten nichts verloren hat.

Glas, Kunststoffe, Kunststoff ummantelte Materialien (Glanzpapier) und kontaminierte Stoffe dürfen nicht in den Stoffkreislauf eines Naturgartens gelangen und sind daher aus den Gärten verbannt.

Bei "natürlichen" Mulch:
Ungewollte Pflanzen mit reifen Samen sind nicht optimal zum Mulchen. Es sei denn, sie wollen diese Pflanzen an der gemulchten Stelle gezielt ansiedeln.


Steinschaler Tipp

Mangold gemulcht
Kaffeesud als Mulch bei jungen Schnittlauch

Der wichtigste Schritt zum naturnahen Gärtner:
Unser Tipp von den Garten- und Kräuterprofis des Steinschalerhofs.

Ganz nach dem Motto: 'mulchen Sie schon' oder „garteln“ Sie noch?
Konsequentes Mulchen ist ein wichtiger Schritte zu einem naturnahen Garten.

Doch was ist „Mulchen“ genau? Mit dem Mulchen bringen Sie für den Boden wichtiges Biomaterial auf Ihre Beete.
Was können Sie zum Mulchen nehmen:
Rasenschnitt, Laub, Erntereste wie Salatblätter, also jegliches biogene Material, das "sauber" ist

Voraussetzung:
drehen Sie im Herbst die Erde nicht um (also kein Umstechen!). Geben sie nur Mulch (z.B.: Laub) auf die Beete darauf. Dieser Mulch wird bei uns (und einigen Anderen) Wintermulch genannt.

Mulchen ist ein Geheimtipp, der sich vielerorts durchgesetzt hat.

Sie erzielen über die Jahre eine wesentlich erhöhte Fruchtbarkeit und bessere Humusbildung Ihres Bodens. Damit sparen Sie Gartenarbeit, Dünger und Kosten.

Optisch zeigt sich der Erfolg nach 2 bis 3 Jahren an einer dunkleren Farbe der Erde.
Alles klar?

Dann kann es los gehen!

Wintermulch

Wintermulch


Auch im Winter will der Boden bedeckt sein.

Lassen Sie die Pflanzenreste beim Ernten gleich als Mulch über den Winter auf dem Beet. Mulchen im Herbst ist optimale Methode um Laub sinnvoll zu verwenden.

Mulch und Nützlinge

Nicht unterschätzen sollte man die wichtige Funktion des Mulchen für den Erhalt bzw. Aufbau der Nützlingspopulationen.
Dürre, hohle Stengel sind z.B. beliebte Brutstätten und Winterquartiere für verschieden Erd-Biene und Insekten. Vögel wie Stare scharren gerne in gemulchten Bereichen, weil sie reiche Beute in der Mezzofauna finden.

Entdecken Sie die vielen entscheidenden Vorzüge des Mulchens bei einer Steinschaler Gartenführung.

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