Holzknechtsterz (Incentive): Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 17. August 2009, 17:39 Uhr
Holzknechsterz über offenem Feuer
Holzknechtsterz ist ein altes traditionelles Essen der Waldarbeiter im Dirndltal. Es wurde schon vor mehr als 300 Jahren von den Holzknechten zur Verpflegung im Wald gekocht.
Arbeitszeit der Holzknechte
Die Holzknechte arbeiteten meist von Montag bis Samstag je 12 Stunden lang. Damals sind die Waldarbeiter am Montag in den Wald zur Arbeit gegangen und haben dort in einfachsten Unterkünften bis Samstag gelebt. Diese Unterkünfte mussten vor allem winterdicht sein. Am Samstag abend ging es wieder nach Hause - nicht immer - man blieb auch fallweise 2 Wochen im Wald. Da war ein einfach zubereitbares, aber sättigendes Essen extrem wichtig.
Zubereitung von Holzknechtsterz
Die Zutaten sind haltbar und einfach:
- Erdäpfel
- etwas Salz
- etwas Mehl
- Schweineschmalz
Die geschälten, scheibenartig geschnittenen Erdäpfel werden im Schmalz knusprig angebraten und dann mit etwas Mehlgmachtl gebunden. Das Mehlgmachtel ist nur Wasser und Mehl. Es ist flüssig.
Das typische Getränk zum Essen war bei der Waldarbeit schwarzer Kaffee. Was auch immer in dieser Zeit 'schwarzer Kaffee' war: meist waren es Kaffeersatzstoffe, wie Ziguri (Zichorien- oder Wegwarte-Wurzel) gerösteten Eicheln und manchmal auch mit etwas Bohnenkaffee.
Zur Geschichte des Holznechtsterzes
Holzknechtessen
Es war das typische Essen. Leicht zu kochen! Inkredienzien:
Dazu gab es das Holzknechtgetränk:
schwarzen Kaffee - die ganze Woche !
Die Wiederentdeckung des Sterzes
Für die Schwarzenbacher Feuerwehrfeste (Schwarzenbach an der Pielach) hat Anfang der 80ziger Jahre der damalige Kommandant Anton Gruber eine urige Holzknechthütte gebaut. Diese erfreute sich sofort großer Beliebtheit. Bei den Festen konnten die Besucher den alten Holzknechten, welche die Sterzzeit im Wald sebst mitgemacht hatten, beim Sterzkochen zusehen. Der Sterz ist eine rustikales Speise und hilft bei übertriebenem Alkoholkonsum.
Vom Erfolg dieser Aktion angesteckt, hat der rührige Bauer und Betreiber des Bergbauernmuseums in Frankenfels, Tuder, das Sterzkochen in seiner neuen Holzknechthütte im Hausstein auch touristisch angeboten.
Raunken
Eine Alternative zum Sterz waren die Raunken - eine Art Schnecken - die ebenfalls von den Holzknechten zubereitet wurden. Dazu wurde Teig im ganz heißem Schmalz herausgebacken. Wichtig war die hohe Temperatur des Fettes, da die Raunken sonst nicht "aufgegangen" sind. Raunken-Teig besteht aus Mehl, Salz und Wasser.